Advent und Weihnachten in den Partnerstädten

Das städtische Kulturbüro und der Städtepartnerschaftsverein sind per Video-Meeting in regelmäßigem Austausch mit den Partnerstädten. Unter dem Motto #Missyou trifft man sich jede Woche mit einer anderen Partnerstadt – online im heimischen Wohnzimmer oder vom Büro aus. „So können sich wenigstens mehrere Menschen gemeinsam treffen, man hat ein Bild vor sich und kann sich austauschen. Unkompliziert und doch etwas persönlicher als nur per E-Mail oder Telefon“, erläutert Petra Heuber-Sänger, Leiterin des Kulturbüros. Sämtliche Aktivitäten kamen in diesem Jahr zum Erliegen. „Wir vermissen unsere Freunde in den Partnerstädten sehr, alle liebgewonnenen Anlässe, an denen wir uns getroffen haben, sind ausgefallen. So lag das Motto #Missyou auf der Hand“, ergänzt Lutz Benicke, Präsident des Städtepartnerschaftsvereins.

Ausgangssperre in Moncalieri

Die Kolleginnen und Kollegen aus den Partnerstädten berichten von ähnlichen Situationen wie in Baden-Baden. Die Zahlen in Italien verharren ebenfalls auf zu hohem Niveau, eine Trendwende hat sich mit dem bisherigen Teil-Lockdown nicht abgezeichnet. Kontaktbeschränkungen sind die Folge, die großen Familienfeiern zu Weihnachten werden nicht möglich sein. Man darf seine Heimatgemeinde nicht verlassen und um dies zu kontrollieren, wurde hohe Polizeipräsenz angekündigt“, berichtet Marco Costamagno von der Stadtverwaltung Moncalieri. Die Geschäfte sind geöffnet, Bars und Restaurants haben aktuell bis 18 Uhr offen. Danach gibt es noch die Möglichkeit, Speisen abzuholen. Es gibt eine nächtliche Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr morgens. Das hat zur Folge, dass die traditionellen Mitternachtsgottesdienste am 24. Dezember auf 19 oder 20 Uhr vorverlegt werden.

Menton kann etwas aufatmen

Frankreich hat ein wenig aufgeatmet: Die Zahlen sind nach strengem Lockdown zuletzt gesunken. „Gerade noch rechtzeitig“, berichtet Martine Casério aus Menton. „Die Kliniken hatten das Limit bereits erreicht“. Geschäfte sind im Advent wieder geöffnet, wenn auch unter strengen Auflagen. Man hofft auf Einkäufe vor Ort anstelle von Online-Shopping. Bars und Restaurants bleiben weiterhin geschlossen, ebenso alle kulturellen Veranstaltungen. Gab es zunächst noch Überlegungen, am 15. Dezember Theater und Konzertsäle wieder zu öffnen, müssen auch diese nun weiterhin geschlossen bleiben. Es gibt eine nächtliche Ausgangssperre von 20 bis 5 Uhr. Doch Reisen innerhalb des Landes ist wieder möglich. Die Lockerungen für Weihnachten sehen vor, dass sich bis zu sechs Erwachsene treffen können. Somit kann immerhin die engste Familie miteinander feiern. Für Silvester und Neujahr wird es jedoch keine Lockerungen geben. Das Zitronenfest, das traditionell Mitte Februar eröffnet wird, ist jetzt schon abgesagt.

Karlovy Vary lebt mit Einschränkungen

Tschechien hatte zu Beginn der zweiten Welle europaweit die höchsten Zahlen und musste im November einen harten Lockdown verhängen, worauf die Zahlen wieder gesunken sind. Die Infektionszahlen in Karlovy Vary liegen etwas unter dem Landesdurchschnitt Tschechiens. Es gibt einen 5-Stufen-Plan, je nachdem wie hoch die Inzidenz ist. Im Moment bewegt man sich im Mittelfeld, es gilt Stufe 3 des Planes. Das bedeutet zum Beispiel, dass Kinder bis Klasse 5 unter den üblichen Hygienemaßnahmen in die Schule gehen, die älteren Jahrgänge Wechselunterricht haben. Der Ferienbeginn soll auf Montag, 21. Dezember, vorverlegt werden. Seit 3. Dezember dürfen Einzelhandelsgeschäfte, Dienstleister und Restaurants – unter strengen Hygieneauflagen – wieder geöffnet haben. Doch inzwischen steigen die Zahlen wieder und die Gastronomiebetriebe müssen ab 18. Dezember wieder komplett schließen. Erlaubt ist nur Abholservice über die Theke. Ein Ausgangsverbot gilt von 23 bis 5 Uhr. Der Einzelhandel und Dienstleister wie Friseure und Kosmetikstudios bleiben unter strengen Hygieneregeln geöffnet. Ebenso der Skibetrieb – aber nur als Tagesausflug ohne Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten. Wie die Bestimmungen für Familientreffen an Weihnachten genau aussehen werden, ist noch nicht klar. „Die Zahlen steigen aktuell wieder deutlich und über den Umfang der Kontaktbeschränkungen wird noch heftig diskutiert. Die Situation in den Kliniken ist angespannt, das Personal ist erschöpft und viele Ärzte und Krankenschwestern sind selbst erkrankt“, informiert Jitka Hradilkova aus Karlovy Vary.

In Jalta steigen die Zahlen wieder

Auch in Jalta auf der Halbinsel Krim steigen die Zahlen wieder an. Die Schulen haben noch bis 29. Dezember geöffnet. Man erwägt, die Schulferien in Jalta über den 10. Januar hinaus zu verlängern. Das orthodoxe Weihnachtsfest wird am 6. und 7. Januar gefeiert, die genauen Regelungen dafür sind aktuell noch nicht bekannt. Hotels sind geöffnet und es sind auch Gäste da, vor allem aus Russland. Ebenso sind Geschäfte geöffnet sowie Bars und Restaurants bis 22 Uhr. Allerdings dürfen keine Weihnachts- und Neujahrsfeiern im Restaurant stattfinden. Das Theater hat geöffnet und darf 30 Prozent der zur Verfügung stehenden Plätze besetzen.

In Sotschi gilt strenge Maskenpflicht

Ganz vergleichbar ist die Situation in Sotschi. Auch hier gilt eine erweiterte Maskenpflicht: Jede Person muss in öffentlich zugänglichen, geschlossenen Räumen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, ebenso in öffentlichen Verkehrsmitteln. Der Einzelhandel ist geöffnet. Gastronomiebetriebe, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen müssen ab 23 geschlossen werden. In Theatern, Kinos und Konzertsälen ist die Zuschauerzahl auf 25 bis 30 Prozent der Sitzplätze begrenzt. Jedoch werden Skigebiete unter der Einhaltung strenger Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen geöffnet. Zu den Feiertagen dürfen sich maximal zehn Personen treffen. Ob die Weihnachtsferien für die Schulen verlängert werden, ist im Moment noch offen.

Videobotschaft aus Baden-Baden

„Wir sind sehr froh, dass der Kontakt zu unseren Partnerstädten zumindest online so gut gehalten wird und wir uns gegenseitig über die wichtigsten Entwicklungen informieren können. In all den Jahren entwickelten sich persönliche Bindungen, und es ist wichtig zu wissen, wie es den Freunden in den Partnerstädten geht“, betont Petra Heuber-Sänger.

Mit diesem Video grüßt Baden-Baden seine Partnerstädte

Alle Gespräche enden mit den gleichen Sätzen: „Das nächste Jahr wird bestimmt besser.“ oder „Hoffentlich sehen wir uns bald wieder.“ und vor allem: „Bitte bleibt gesund!“ Die Partnerstädte sind auch beim virtuellen Adventskalender der Stadt mit einer Videobotschaft dabei.