Partnerschaftsverein legt Beziehungen zu Sotschi auf Eis

Der Verein zur Pflege der Städtepartnerschaften Baden-Baden lässt bis auf Weiteres die Städtepartnerschaft mit der russischen Stadt Sotschi ruhen. Das teilt der Vorsitzende des Städtpartnerschaftsvereins, Lutz Benicke, in einer Pressemitteilung mit.

Benicke: „Wir verurteilen den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine auf das Schärfste. Präsident Putin missachtet das Völkerrecht und nimmt den Tod unschuldiger Menschen in Kauf. Deshalb werden wir mit sofortiger Wirkung alle Beziehungen zur Stadt Sotschi ruhen lassen.“

Darüber hinaus fordert der Verein den Gemeinderat dazu auf zu beschließen, die Städtepartnerschaft mit Sotschi ruhen zu lassen, eine offizielle Protestnote nach Sotschi zu schicken und ebenso alle Kontakte dorthin einzustellen, bis die vollständige Souveränität der Ukraine wiederhergestellt ist.

Auch die Beziehung nach Jalta wurde noch einmal neu bewertet. Benicke: „Nach der Annexion der ukrainischen Krim durch Russland haben wir kurz darauf die offiziellen Beziehungen nach Jalta beendet, aber die humanitäre Hilfe nicht auf Eis gelegt. Wir werden nun auch keine Beziehungen zu russischen Vertretern in Jalta mehr aufrechterhalten.“

Gleichzeitig betont Benicke, wie wichtig jetzt die humanitäre Hilfe an das ukrainische Volk sei. Deshalb unterstütze man ausdrücklich die private Hilfsaktion für Kriegsopfer in der Ukraine aus dem Umfeld der jüdischen Gemeinde Baden-Baden. Die Caritas Baden-Baden übernehme dabei die organisatorische Arbeit.

“Ukrainehilfe”: Verein ruft zu Spenden auf

Wie berichtet stehe die Initiative mit der ukrainischen Botschaft in Kontakt, um einen sicheren Transportkorridor zu erhalten. Der Städtepartnerschaftsverein ruft zu Spenden auf das Spendenkonto des Caritasverbandes Baden-Baden unter dem Stichwort ‚Ukrainehilfe‘ und der Angabe der eigenen Adresse auf: IBAN DE67 6625 0030 0004 0371 64.

Lutz Benicke betont abschließend: „Es ist eine dunkle Zeit auf unserem Kontinent. Städtepartnerschaftsvereine wie wir wollen einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten. Unsere Hoffnung bleibt, dass wir uns dieser Arbeit so schnell wie möglich wieder zuwenden können.“

Zum Hintergrund: Baden-Baden unterhält mit der Stadt Jalta auf der Halbinsel Krim seit dem Jahr 2000 und mit der am Schwarzen Meer gelegenen Olympiastadt Sotschi seit 2012 Städtepartnerschaften, die sich in der Ukraine und in Russland befinden. Der Beschluss des Städtepartnerschaftsvereins geht an alle Vorsitzende der Fraktionen im Gemeinderat der Stadt Baden-Baden.