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Partnerschaftsverein Baden-Baden

Sprudel, Fenstersturz und Becherovka – Vielseitige Bürgerreise nach Karlsbad

Der Bus war voll besetzt: An der Bürgerreise in die tschechische Partnerstadt Karlovy Vary (deutsch: Karlsbad) fuhren 43 Teilnehmer mit. Auf dem Programm standen auch Besuche in die Kulturhauptstadt Europas 2015, Pilsen, in der goldenen Stadt Prag, in Franzensbad und Eger. Die Reiseleitung hatte Monika Probst vom Partnerschaftsverein.

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Sehr abwechslungsreich und mit vielen interessanten Eindrücken versehen war die Bürgerreise in die tschechische Partnerstadt Karlovy Vary. Das Teilnehmerfoto entstand auf den Grundmauern der früheren Leonhardskirche im Kurwald.

Von Baden-Baden ging es direkt nach Pilsen. Ein Teil der Reisenden besuchte im alten Theater eine Aufführung der Operette „Gräfin Mariza“, ein weiterer Teil sah sich Flamenco-Tänzer im neuen Theater an und eine dritte Gruppe genehmigte sich nach einer Stadtführung ein original Pilsner Bier in der Kneipe „Salzmann“.

Am zweiten Tag ging es nach Prag. Zunächst besichtigten die Baden-Badener die Prager Burg mit dem Veitsdom und sahen sich die Stelle des berühmten „Prager Fenstersturzes“ an. Dort traf der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Lutz Benicke, zusammen mit seiner Frau die Reiseteilnehmer und begleitete sie bei der Fahrt mit der historischen Straßenbahn durch Prag zum neuen Fernsehturm. Von oben genossen die Teilnehmer beim Mittagessen den einmaligen Rundumblick auf die tschechische Hauptstadt. Danach folgte ein Spaziergang in die Innenstadt mit Besichtigung der weltbekannten, 600 Jahre alten astronomischen „Weltzeituhr“ am Prager Rathaus.

Jitka Hradilkova empfing die Reisegruppe am nächsten Tag in Karlovy Vary und führte durch das mondäne Hotelviertel „Westend“ zur im 19. Jahrhundert erbauten russisch-orthodoxen Kirche mit ihren fünf goldenen Kuppeln. Danach ging es zur Besichtigung einer Ausstellung mit alten Wachsfiguren aus dem Londoner Figurenkabinett von Madame Tussaud.

Dem schloss sich der Besuch des Karlsbader Sprudels an: Die bekannteste und stärkste der zwölf Karlsbader Thermalquellen befindet sich in den Weißen Kolonnaden und wird Sprudel genannt. Sie ist 72 Grad heiß, schießt bis 14 Meter in die Höhe und hat eine Schüttung von 2000 Litern pro Minute. Insgesamt sind im zentralen Kurortgebiet 89 Austritte von mineralisierten Thermalwässern dokumentiert, 19 davon sind gemäß dem Kurortgesetz zugelassene, natürliche Heilwässer.

Am vierten Tag wurden die Reisenden im Stammhaus des Kräuterlikörs „Karlsbader Becherbitter“, der von Apotheker Josef Vitus Becher (1789–1860) erstmals hergestellt wurde und als „Becherovka“ im Handel ist, mit der „dreizehnten Karlsbader Quelle“ bekannt gemacht. In dem Haus am Becherplatz ist ein Museum, das Ausstellungsstücke der Familie Becher enthält, die Herstellung des Likörs zeigt und zu einer Kostprobe einlädt.

Zur großen Begeisterung der mitgereisten Kinder stand danach ein Besuch des Klettergartens im Kurwald an, den nicht nur die Jüngsten mit Bravour meisterten. Danach informierte der Forstdirektor über die Forstwirtschaft und die großen Hirschgehege. Die Tiere lassen sich über lange, hochgelegene Holzstege eindrucksvoll von oben beobachten.

Bürgermeister Jiri Klsak nahm sich viel Zeit für die Baden-Badener. Der Archäologe nahm die Besucher mit zu den mitten in den Kurwäldern gelegenen Anfängen Karlovy Varys. Dort finden sich Grundmauern einer Kirche, benannt nach dem Heiligen Leonhard, einem Einsiedler aus den Wäldern bei Limoges in Frankreich. Die Kirche, im Jahr 1246 erstmals erwähnt, stand inmitten einer kleinen Siedlung im königlichen Jagdgehege. Der römisch-deutsche Kaiser und böhmische König Karl IV. erhob den nahe gelegenen Ort „Vary“ (Warmbad) am Fluss Teplá dann 1370 zur Königsstadt, worauf der König in den Ortsnamen kam. 2016 feiert Tschechien „700 Jahre König Karl IV.“ mit zahlreichen Veranstaltungen.

Am Nachmittag ging es mit der Zahnradbahn „Diana“ zum Aussichtsturm, der einen beeindruckenden Blick über die gesamte Kurzone eröffnet. Den Galaabend im prächtigen Hotel „Imperial“ umrahmte die Folkloretanzgruppen Dylen. Insbesondere die teilweise erst 4-jährigen Tänzer und Sänger begeisterten die Baden-Badener.

Am Rückreisetag stand eine Führung durch Franzensbad an, dem kleinsten Kurort des tschechischen Bäderdreiecks. Zum Mittagessen ging es in die sehenswerte Altstadt von Eger, bevor es an die Heimreise ging.